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Bertold Hummel
110901
op. 107d für Schlagzeug solo
Mit dem Text von Reiner Taudien
Schwarzer Dienstag

Bestell-Nr.: ZM 34620
Preis: € 5.95


Die Anregung, die Geschehnisse des 11. September 2001 künstlerisch zu verarbeiten und zu kommentieren, ging von Frau Cornelia Großmann aus. Der nachdenklich stimmende Text „Schwarzer Dienstag“ von Reiner Taudien, den ich per Zufall in der Zeitschrift „Der Gesundheitsberater“ fand, schien mir für eine musikalische Umsetzung sehr geeignet. So entstand 110901 für Sprecher und Schlagzeug im November 2001.

“110901” kann als Stück für Schlagzeug solo aufgeführt werden oder mit dem Text von Reiner Taudien, der als Einzelblatt der Auflage beiliegt.

Reiner Taudien
Schwarzer Dienstag

I
Zersprengt der Mythos
der Allmächtigkeit.
Eisengeflügelter Terror mitten im Herz der
Weltkapitale.
Manhattan marktief
erschüttert.
Massentod im Gefolge hellen
Wahns.


II
Offenen Mundes versteinert
die Welt, furchtnackt,
verschlagen die Sprache.
Einen Wimpernschlag lang.
Es jaulen die Börsen
und Broker
beweinen den Sturzflug der
Kurse.
Haie drehen die
Ölpreisschraube.
Es spricht der Präsident:
Die Regierungs-
und Finanzgeschäfte
gehen weiter.

III a
Entschlossene Trauer zwischen
Gewinn und Verlust.
Blumen schickt die freie Welt.
Fassungslos-unschuldweiß
beklagend
das Schreckenswerk des
Bösen.

III b
Als seien die Nattern des
religiösen Wahns nie am Tisch
gesessen der Guten
im Schacher um Macht und Öl.
Halbmast flaggt der Hochmut
des Kapitals.


IV
Und nun? Vorwärts ins
Mittelalter?
Glaubenskriege im Namen der
Götter?
Wallstreet gegen Babylon?



Biographie Bertold Hummel

Geboren: 27.11.1925 in Hüfingen/Baden
Lifeline: 1943-1947 Militärdienst und Gefangenschaft
1954-1956 Konzertreisen als Komponist und Cellist
1956 Stipendiat des Bundesverbandes der deutschen Industrie
1956-1963 Kantor in Freiburg und freier Mitarbeiter des SWF Baden-Baden
1960 Kompositionspreis der Stadt Stuttgart
1961 Robert-Schumann-Preis der Stadt Düsseldorf
Seit 1963 Kompositionslehrer am Staatskonservatorium in Würzburg
1963-1988 Leiter des Studios für Neue Musik Würzburg
1968 Stipendum der Cité des arts internationales de Paris
1974 Ernennung zum Professor
1979-1987 Präsident der Hochschule für Musik Würzburg
1982 Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste
1988 Ehrenpräsident der Musikhochschule
1988 Kulturpreis der Stadt Würzburg
1998 Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken
Ausbildung: 1947-1954 Musikhochschule in Freiburg Breisgau
  Komposition bei Harald Genzmer
Violoncello bei Atis Teichmanis
Gestorben: 09.08.2002 in Würzburg